Wir stellen einige theoretische Überlegungen zum Thema Vorurteile vor
Was sind Vorurteile?
Vorurteile begegnen uns jeden Tag. Jede:r hat Vorurteile. Paradoxerweise erkennen wir Vorurteile bei anderen schnell; unsere eigenen sind uns oft nicht bewusst. Das „Einordnen“ von Menschen ist evolutionsbiologisch vorgesehen, damit wir die Welt besser sortieren und uns leichter darin zurechtfinden können. Diese „Einordnungen“ gilt es zu hinterfragen. Der Begriff Vorurteil wird verwendet, wenn (positive und negative) Urteile vorliegen, die wir für nicht realitätsgerecht halten. Da wir in unseren Urteilen nur unsere Sichtweise wiedergeben (können) und Urteile aber gleichzeitig Verallgemeinerungen enthalten, enthält quasi jedes Urteil, jede Bewertung, auch ein „Vor-Urteil“.
Genauer beschreibt das Werner Bergmann auf der Website der Bundeszentrale für Politische Bildung.
Vorurteile über Menschen mit Beeinträchtigung
Menschen ohne Behinderungen sind oft unsicher beim Kontakt mit Menschen, die mit Behinderungen leben – auch weil sie einer Begegnungs-Situation den Anschein der Normalität geben wollen. Sie haben Angst, falsch zu reagieren oder etwas Falsches zu sagen.
Solche Begegnungs-Situationen sind nicht alltäglich. Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen treffen wenig aufeinander: Sie halten sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen Räumen/Systemen auf, arbeiten und wohnen nicht gemeinsam, sie begegnen sich kaum auf der Straße, geschweige denn sind sie einander bekannt oder miteinander befreundet. Menschen mit Behinderungen sind nicht präsent in unserer Gesellschaft und sind auch medial immer noch unterrepräsentiert. Das fördert Vorurteile. Echte Inklusion würde mehr Begegnungen im Alltag schaffen und helfen, Vorurteile abzubauen.
„Menschen mit Behinderung sind grundsätzlich hilfsbedürftig.“ Oder? Aktion Mensch hat die häufigsten Vorurteile einem Fakten-Check unterzogen.