In Zusammenarbeit mit Fachleuten hat das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter zwei wichtige Fördermaterialien für die Arbeit mit Kleinkindern mit Down-Syndrom herausgegeben. Das erste davon, GuK, stellen wir Ihnen hier vor.
GuK – Gebärden unterstützte Kommunikation
Einführung – Was ist GuK?
GuK ist die Abkürzung für Gebärden-unterstützte Kommunikation – eine Methode, die es Kindern einfach macht, über Gebärden zum gesprochenen Wort zu kommen. GuK ist entwickelt für Kinder, die nicht oder noch nicht sprechen, um durch den begleitenden Einsatz von Gebärden die Verständigung zu erleichtern. Das Sprechen wird also nicht ersetzt, sondern nur mit Gebärden unterstützt. Auch werden nicht alle Wörter gebärdet sondern nur solche, die für das Verstehen der Mitteilung von Bedeutung sind.
Da es leichter ist zu gebärden als zu sprechen, helfen die Gebärden den Kindern, sich früher verständlich mitzuteilen. Weil GuK das Verstehen und das Verständigen unterstützt, wird das Sprechen lernen gefördert und der Spracherwerb begünstigt. Besonders in der Frühförderung von Kindern mit spezifischen Problemen beim Spracherwerb und beim Sprechen ist GuK deshalb eine wichtige ergänzende Hilfe.
GuK ist auch geeignet für nicht behinderte Kinder. Viele Gebärden lassen sich problemlos z.B. im Kindergarten in übliche Sing- und Sprechspiele integrieren und die Kinder können dabei spielerisch lernen, wie man „mit den Händen spricht“. Dadurch können die Verständigungsmöglichkeiten für das behinderte Kind erweitert und seine Integration unterstützt werden.
Das GuK-Arbeitsmaterial: Karten und CDs
Das GuK Arbeitsmaterial besteht aus den Kartensammlungen GuK1 (Grundwortschatz) und GuK2 (Aufbauwortschatz) und den CDs GuK1, GuK2 und GuK-plus. Außerdem ist ein Sonderdruck erhältlich mit Beispielen, wie Lieder und Sprechverse mit GuK-Gebärden begleitet werden können.
Jede Kartensammlung besteht aus drei verschiedenen Typen von Karten, Gebärden-, Bild- und Wortkarten, insgesamt 300 Stück. Damit werden 100 Gebärden zu wichtigen ersten Grundbegriffen für kleine Kinder vermittelt. Die Karten haben das handliche Format DIN A6 (Postkartengröße), die Ecken sind gerundet, eine beidseitige, matte Laminierung macht sie unempfindlich.
Der Kartensammlung liegt jeweils ein ausführliches Anleitungsheft für den Umgang mit dem Lernmaterial und eine alphabetische Übersicht der Gebärdenbilder bei.
Die CDs enthalten alle Gebärden, Bilder und Wörter, jeweils aus der GuK1- oder GuK2 Sammlung, alphabetisch geordnet im PDF-Format, sowie ein alphabetisches Verzeichnis der 100 in der jeweiligen Sammlung verwendeten Begriffe.
Die Abbildungen auf den CDs können die Arbeit mit den GuK-Karten ergänzen, aber nicht ersetzen.
Guk-plus enthält 37 ergänzende Gebärden für die Schule. GuK-plus ist nicht – wie GuK1 und GuK2 – als Kartenmaterial erhältlich, sondern nur als CD.

Alle Materialien können Sie bequem in unserem Webshop bestellen.
Fortbildungen zu „GuK“
Prof. Etta Wilken bietet für Eltern und Fachleute laufend Fortbildungen zum Thema GuK an. Nachfolgend die aktuellen Termine/Veranstaltungsorte:
Berlin
Termin: Mittwoch, 6. Oktober 2010
Veranstalter: Lebenshilfe Berlin
www.lebenshilfe-berlin.de
Tel. 030/60000060
München
Termin: 18. und 19. Oktober 2010
Veranstalter: Vereinigung für interdisziplinäre Frühförderung e.V.
www.fruehfoerderung-viff.de
Tel. 089/545898-27
Hamburg
Termin: 13. November 2010
Veranstalter: KiDS Hamburg e.V.
www.kidshamburg.de
Tel. 040/38616780
Bremen
Termin: 27. November 2010
Veranstalter: Martinsclub Bremen e.V.
www.martinsclub.de
Tel. 0421/5374740
Weiterführende Literatur
Etta Wilken
Sprachförderung bei Kindern mit Down-Syndrom
Kohlhammer Verlag, 2009, 10. Auflage
Ich kann das schon!
Ein Film von Heide Breitel
Filmproduktion i. A. des ZDF, BRD 2002, 87 Minuten, Farbe
Zu bestellen bei: Matthias-Film, Stuttgart, Tel.: 0711 / 243456
Artikel in „Leben mit Down-Syndrom“
Etta WilkenDie Gebärden unterstützte Kommunikation – GuK
Nr. 35, September 2000
Etta Wilken
Ich weiß, was er will! Erfahrungen mit GuK
Nr. 37, Mai 2001
Etta Wilken
Die Gebärden unterstützte Kommunikation – GuK 2
Nr. 42, Januar 2003
Etta Wilken
Spracherwerb und Gebärden – Erfahrungen mit GuK
Nr. 49, Mai 2005
Inge Henrich, Petra Keßler–Löwenstein
Gebärden, lautieren, lesenlernen
Unterstützung der allgemeinen Kommunikationsfähigkeit und des aktiven Spracherwerbs mit PEp.
Nr. 54, Januar 2007
A. Fischer-Spalinger
Sprechen lernen
Gebärden helfen Roman bei der Kommunikation
Nr. 58, Mai 2008
Angelika Kurucz
Gebärdenunterstützende Kommunikation
Ein Bericht aus der Unterrichtspraxis in einer Schule für Kinder mit einer geistigen Behinderung
Nr. 58, Mai 2008