Die aktuelle Ausgabe von „Leben mit Down-Syndrom“
Titelseite und zwei Innenseiten der aktuellen Ausgabe

„Leben mit Down-Syndrom“ Nr. 82, Mai 2016
Das neue Heft bringt wieder eine Menge interessanter Themen wie zum Beispiel:

Birte Müller: Mit Händen sprechen | Cora Halder: Rückblick auf 30 Jahre Down-Syndrom | Bernadette Witecy, Ruth Szustkowski, Martina Penke: Sprachverstehen bei Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom – Charakteristische Probleme sowie Empfehlungen für den Umgang in Schule und Praxis | Teresa Kaiser, Annika Löffler, Annette Wanner: Finden, Begleiten und Sichern künstlerischer Arbeitsplätze | Elzbieta Szczebak: Pflegestufen heißen ab 2017 Pflegegrade – Was ändert sich?

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Menschen mit Trisomie 21 auf der Schwelle zwischen Schule und Beruf 

Fachtagung „Übergänge gestalten“ am 7. Mai 2016 in Nürnberg gab viele Anregungen zu diesem Thema.

die Geschäftsführerin des DS-InfoCenters Dr. Elzbieta Szczebak bei der Begrüßung zur Fachtagung 2016Rund 200 Gäste aus ganz Deutschland beteiligten sich an unserer diesjährigen Fachtagung, die am Samstag, 7. Mai in Nürnberg stattgefunden hat. Im Mittelpunkt der Vorträge stand der Übergang von Schule ins Berufsleben – einer der wichtigen Schritte, den Jugendliche zu bewältigen haben. Sie bereiten sich bereits in den letzten Schuljahren gezielt auf diesen Lebensabschnitt vor. Ihnen stehen theoretisch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Die jungen Menschen können wählen zwischen einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme, einem Berufsbildungsweg, einem Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) oder einem Ausbildungsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Für die letztgenannte Variante entscheiden sich heute noch wenige Jugendliche mit Down-Syndrom, schätzungsweise deutlich unter zehn Prozent. So lag der Schwerpunkt der Tagung auf folgenden Fragen: Was kommt nach der Schulzeit? Welche Ausbildungswege stehen meinem Kind mit Down-Syndrom zur Verfügung? Was muss ich konkret tun, wenn ich künftig einen Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für mein erwachsenes Kind sichern will? Die eingeladenen Gastreferenten befassten sich mit diesen Aspekten aus praktischen und wissenschaftlichen Blickwinkeln. 

Prof. André Frank Zimpel bei seinem VortragIm ersten Vortrag lehnte sich Prof. André Frank Zimpel an die Ergebnisse der „Studie zur Verbesserung des Lernerfolgs von Menschen mit einer Trisomie 21“ an und vermittelte Fachkenntnisse über ihre Stärken. Der Wissenschaftler schilderte anschaulich, welche Gruppen von Genen auf dem 21. Chromosomen liegen und welche Folgen es für die Menschen mit 47 Chromosomen hat: Sie verarbeiten Informationen anders, sie sind „nicht langsamer, sondern aufmerksamer“, sie „werden (leider) an Normen und nicht an ihren Möglichkeiten gemessen“. Der Vortrag vermittelte viele Anhaltspunkte für eine eigene Reflexion darüber, mit welcher Haltung wir Menschen mit Trisomie 21 gegenübertreten. „Wenn wir über Übergänge reden wollen, müssen wir die Haltung ändern“, forderte André Zimpel mit Nachdruck und endete seine Ausführungen mit dem Satz „Die Zukunft ist offen!“ 

Inge Henrich aus der Praxis für Entwicklungspädagogik in Mainz (PEp) Inge Henrich aus der Praxis für Entwicklungspädagogik in Mainz (PEp) stellte zu Beginn ihres Vortrags ähnliche Forderungen auf: „Die Regelgesellschaft soll konfrontiert werden mit Menschen, die anders sind!“ Besonders auf der Schwelle zum Berufsleben ist es wichtig, Jugendlichen viele verschiedene Erfahrungen in „inklusiven Lebensräumen“ zu ermöglichen. Dazu zählen Familie, Schule und der Freizeitbereich. Vielfältige Praktika, „einfach üben – das liegt mir, das liegt mir nicht; ab der 8. Klasse jedes Jahr zwei Praktika, damit sich sukzessive die Schule durch die Arbeitswelt ablöst“ – empfehlen Pädagoginnen aus der PEp-Praxis. Dabei muss vieles möglichst früh angebahnt werden, um gesellschaftlichen Anforderungen in Zukunft gewachsen zu sein: Selbstorganisation, Zeitmanagement, Ausdauer oder körperliche Fitness sind nur Beispiele dafür. Denn Personen mit Down-Syndrom sind stets gefordert, „einzelne Kompetenzen (die sie definitiv haben) situations- und zeitangemessen einzusetzen“. 

Rolf Flathmann, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Bundesvereinigung LebenshilfeRolf Flathmann, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe, informierte über die rechtlichen Grundlagen und besonderen Bedingungen bei der Aufnahme einer Tätigkeit in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Dem erfahrenen Referenten oblag eine schwere Aufgabe, die juristisch-praktischen Realitäten zu benennen, ohne die Teilnehmenden zu entmutigen, den Weg auf den "freien Arbeitsmarkt" zu wählen. Einige konkrete Fragen des Publikums konnten im regen Austausch beantwortet werden, auch im Hinblick auf das Bundesteilhabegesetz, das leider (noch) nicht in allen Aspekten auf die Postulate der Verbände eingeht. 

Nicolette Blok„Zugehörigkeit der Menschen in der Gesellschaft erhöhen!“ ist ein Gedanke, den Nicolette Blok im Abschluss-Vortrag verdeutlicht hat. Sie stellte das Konzept „Persönliche Zukunftsplanung“ vor, einen kreativen Zugang zu Wünschen und Träumen. Die Methode hilft Menschen, ihre Vorstellungen gemeinsam mit Personen, die sie freiwillig unterstützen, in umsetzbare und wünschenswerte (berufliche) Bahnen leiten zu können. Einer der richtungsweisenden Gedanken ist dabei für die gebürtige Holländerin und systemische Beraterin dieser: „Es ist einfach für Menschen mit Behinderung in eine Falle von geringen Erwartungen zu geraten und sich einzurichten in einer Parallel-Gesellschaft. Es hilft zu überlegen, was wichtige, wertvolle Erlebnisse für alle Menschen sind!“ 

Jugendliche mit Down-Syndrom bei einem Theaterworkshop anlässlich der Fachtagung 2016In zwei Theater-Workshops unter Leitung von Susanne Abel und Patricia Bernhard bereiteten junge Menschen mit Trisomie 21 einen Bühnenauftritt vor. Ihr Motto hieß „TRAU DICH!“ Dabei ging es um „Sich zeigen, nach vorne gehen, neue Schritte wagen, Rollen wechseln, die Bretter der Welt betreten … das Leben ist ein Spiel!“

 

 

Drei Beiträge der Fachtagung „Übergänge gestalten“ stellen wir hier als PDF zur Verfügung.
Prof. Dr. André Frank Zimpel empfiehlt als Nachschlagewerk seine neueste Publikation „Trisomie 21“.
Inge Henrich: Was hat sich bewährt in der Begleitung von Jugendlichen auf der Schwelle zum Berufsleben?
Rolf Flathmann: Der Start in das Berufsleben – Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Chancen
Nicolette Blok: Persönliche Zukunftsplanung – kreativ und visionär

 

Im Rahmen der Tagung haben wir Cora Halder als Mitgründerin der Selbsthilfegruppe (1988) und des Deutschen Down-Syndrom-InfoCenters (1998) wie auch dessen langjährige Geschäftsführerin und international anerkannte Down-Syndrom-Expertin für ihr Lebenswerk gewürdigt und offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Es war ein inhaltlich dichter und emotional bewegender Tag. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Referentinnen und Referenten, bei den Jugendlichen, teilnehmenden Eltern und Fachpersonen sowie Gästen für ihre Mitwirkung und die zahlreichen tollen Rückmeldungen! Bis zum nächsten Wiedersehen!

Standing Ovations für Cora Halder

„Moritz“ 2016 für Cora Halder – 30 Jahre für und mit Menschen mit Down-Syndrom

Die scheidende Geschäftsführerin des DS-InfoCenters Cora Halder zusammen mit einem jungen Mann mit DS bei der Verleihung des Moritz 2016Die Auszeichnung „Moritz“ 2016 ging als der Höhepunkt der Fachtagung „Übergänge gestalten im Leben von Menschen mit Down-Syndrom“ am 7. Mai in die Hände von Cora Halder. Damit wurde das Lebenswerk der Frau gewürdigt, die sich nach der Geburt ihrer Tochter Andrea, seit 30 Jahren für ein besseres Jetzt und eine bessere Zukunft von Menschen mit Down-Syndrom engagierte und weiterhin engagiert.

1988 gründete Cora Halder gemeinsam mit anderen Eltern im fränkischen Raum die „Selbsthilfegruppe für Menschen mit Down-Syndrom und ihre Freunde e. V.“. Sie begann damit eine Arbeit, die sie über viele Jahre begleiten und erfolgreich tatkräftig und ideenreich voranbringen sollte. Aufgrund der großen Nachfrage für Beratung und des Mangels an guten Publikationen über das Down-Syndrom wurde die Arbeit immer intensiver. So gründete der Elternverein 1998 das Deutsche DS-InfoCenter, das Cora Halder knapp 20 Jahre aufgebaut und geleitet hat. Sie wurde für unzählige Familien und Fachleute zu einer wichtigen Expertin und Vertrauensperson, die sich für Menschen mit Down-Syndrom auch international sehr verdient gemacht hat, gerade auch durch das Herzstück ihrer Arbeit – die Zeitschrift „Leben mit Down-Syndrom“.

Prof. Dr. Etta Wilken bei der Laudatio für Cora HalderDem Festakt am 7. Mai wohnten neben den Tagungsteilnehmenden zahlreiche Personen bei, mit denen Cora Halder seit mehreren Jahren freundschaftlich verbunden ist und fachlich im Austausch steht. Eine von ihnen, Frau Prof. Etta Wilken, hielt die Laudatio, begleitet von einer indischen Marionette als Anspielung an das internationale Engagement der Preisträgerin. „Es ist schon viel erreicht, wenn wir uns an den Beginn der Bemühungen zur Verbesserung der Lebenssituation von Familien und Menschen mit Down-Syndrom erinnern“ betonte Etta Wilken. „Aber wir sind mit dieser Arbeit nicht fertig und können uns nicht zufrieden zurücklehnen. Neue Aufgaben werden sichtbar, und aktuelle medizinische und ethische Fragen verlangen Antworten. Wir danken Dir für Deine geleistete Arbeit, hoffen deshalb aber auch weiterhin auf vielfältige Anregungen und Impulse von Dir.“ Wir alle wünschen Cora Halder von Herzen alles Gute!


Logo des World Down Syndrome DayWelt-Down-Syndrom-Tag 2016 21.3. – weltweit unser Tag!

In diesem Jahr stellt Down Syndrome International (DSi) den WDST unter das Motto „Meine Freunde, meine Gemeinschaft“ (My Friends, My Community). DSi ruft auf, unseren Blick auf die Inklusion und die Kinder von heute zu richten. Denn erst im Erwachsenenalter wird – so hoffen wir doch trotz vieler Hürden – sichtbarer, wie Menschen mit Down-Syndrom von der Inklusion profitieren. Und nicht nur sie – unsere Gesellschaft auch!
Für Ihre/eure Aktionen zum WDST 2016 wünschen wir eine tolle Stimmung und einen guten Erfolg! Und – wie jedes Jahr – sammeln wir auf diesem Info-Blatt ein paar Anregungen und Ideen, die wir weitergeben möchten.


„Hallo Gesellschaft – Das ist uns wichtig!“ sagen Erwachsene mit DS zum WDST 2016

In diesem Jahr haben neun Erwachsene unsere Pressemeldung zum Welt-Down-Syndrom-Tag mitgestaltet. Sie haben sich Gedanken darüber gemacht, was ihnen wichtig ist und was die Öffentlichkeit über ihr Leben erfahren soll.
Den Pressetext und ein paar Foto-Eindrücke präsentieren wir hier.


Herzlich Willkommen zu unserer Fachtagung „Übergänge gestalten“ anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages 2016!

Key-Visual zur Fachtagung

Was kommt nach der Schule? Welche Schritte in welcher Reihenfolge müssen wir machen? Wer hilft uns dabei? Besonders, wenn wir eine Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für unser erwachsenes Kind sichern wollen?
Unsere diesjährige Fachtagung „Übergänge gestalten“ und die eingeladenen Fachgäste befassen sich damit aus praktischen und wissenschaftlichen Blickwinkeln.
Das Programm mit allen Informationen finden Sie hier zum Download.


Die aktuelle Ausgabe von „Leben mit Down-Syndrom“Titelseite und zwei Innenseiten der aktuellen Ausgabe

„Leben mit Down-Syndrom“ Nr. 81, Januar 2016
Das neue Heft bringt wieder eine Menge interessanter Themen wie zum Beispiel:

Anton Senkpiel und Klaus Sarimski: Väter von Kindern mit Down-Syndrom in der Frühförderung | Christiane Le Breton: Neue Ohren für Fabian | Gerhard Hammersen: Hodenhochstand: Rechtzeitige Behandlung hilft Hodenkrebs zu verhindern | Katja Nebe, Natalie Waldenburger: Überlegungen zu einem Budget für Arbeit (BfA) | Carmen Egberts: Erfahrungsbericht zum WDSC 2015 in Chennai/Indien | Katja de Bragança, Anne Leichtfuss: TOUCHDOWN 21 – Forschungsprojekt und Ausstellung zum Thema Down-Syndrom

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Titelseite des FlyersNeue Projekte
2016 -2017

Für die Kleinen, Gesundheit, Inklusion und Bildung,
Beratung und DS-Sprechstunden, Präsenz zeigen in der Öffentlichkeit – Was wir in den kommenden zwei Jahren verwirklichen wollen, vermittelt der Projekte-Flyer 2016-2017. Sie können ihn kostenlos auf dem Postweg oder hier als Download bekommen.


Die beiden Flyer Neue Bildungsangebote
Januar - August 2016

Das neue Jahr bringt wieder eine Übersicht der Veranstaltungen für Menschen mit Down-Syndrom und Menschen in ihrem Umfeld – Eltern, Angehörige, Fachleute und alle, die sich dafür interessieren. In den Flyern „Veranstaltungen“ (für den Ausdruck: Printversion) und „DS-Akademie“ ist für alle etwas dabei. Herzliche Einladung und auf ein Wiedersehen!


Informationen aus den vergangenen Jahren finden Sie in unserem Archiv.

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