Selektive Pränataldiagnostik: Antrag auf Monitoring im Bundestag
Ein wichtiger Schritt ist erreicht: Der Bundestag befasst sich nun mit dem Antrag, die Folgen der Kassenzulassung des nicht‑invasiven Pränataltests (NIPT) systematisch zu beobachten.
Was wird im Antrag gefordert?
Der Antrag fordert ein wissenschaftliches Monitoring der Auswirkungen der NIPT-Kassenfinanzierung sowie die Einrichtung eines interdisziplinären Expert:innen-Gremiums, das die ethischen, rechtlichen und gesundheitspolitischen Fragen rund um den Test prüft.
Jetzt heißt es dranbleiben. In keiner Fraktion gibt es bisher eine sichere Mehrheit. Deshalb brauchen wir alle Hände an Deck und viele, die bei der Monitoring‑Kampagne mitmachen und ihre Abgeordneten persönlich ansprechen.
Auch nach der ersten Lesung ist nichts entschieden. Bis zur namentlichen Abstimmung organisieren wir Mehrheiten – gemeinsam.
Wie es weitergeht: Der parlamentarische Prozess
Am 20. März 2026 findet im Deutschen Bundestag die 1. Lesung des Antrags statt. Dabei stellt die Interfraktionelle Gruppe ihr Vorhaben im Plenum vor – der Startpunkt für die öffentliche Debatte.
Im Anschluss wird der Antrag an die zuständigen Fachausschüsse überwiesen, zum Beispiel den Gesundheitsausschuss. Dort folgt eine detaillierte Prüfung. In dieser Phase können auch Sachverständige und zivilgesellschaftliche Organisationen angehört werden.
Nach Abschluss der Beratungen geht der Antrag zurück ins Plenum. Dort wird erneut diskutiert – und schließlich abgestimmt, ob der Antrag angenommen wird.
Die Lesung kann am 20. März 2026 von 11.20 bis 11.50 Uhr im Livestream auf bundestag.de verfolgt werden.
Was bedeutet NIPT?
Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) wird seit 2022 von den Krankenkassen bezahlt und entwickelt sich still und leise zu einer Standarduntersuchung in der Schwangerschaftsvorsorge. Besonders häufig wird dabei auf Trisomien, unter anderem Trisomie 21, das Down-Syndrom, getestet. Doch was bedeutet das für unsere Gesellschaft und für den Umgang mit Vielfalt und Inklusion? Das Bündnis NoNIPT ruft dazu auf, diese Entwicklung kritisch zu hinterfragen und politisch aktiv zu werden. In einer bundesweiten Kampagne wird ein unabhängiges Monitoring der Testpraxis und der gesellschaftlichen Folgen der Kassenfinanzierung gefordert.
Mehr Informationen zum aktuellen Stand gibt es beim Bündnis gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien NoNIPT.
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