Rückblick auf 2011

 

Flagge der Vereinten NationenGrund zur Freude – weltweit!

Die Vereinten Nationen haben am 10. November 2011 den 21.3. offiziell zum Welt Down-Syndrom-Tag ausgerufen. Darüber freut sich die weltweite DS-Gemeinschaft, denn diese Entscheidung kann nach und nach dazu beitragen, dass Menschen mit Down-Syndrom mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz erfahren.
Unsere Pressemitteilung zum Nachlesen und Weitergeben finden Sie hier …


Schrift Schoolcoaching und Bild SchülerDas DS-InfoCenter unterstützt Ihre Schule. Wie das aussehen kann, erfahren Sie hier.

 


Alarmierende Entwicklung

Ein nicht-invasiver Bluttest richtet sich gegen Menschen mit Down-Syndrom!

Bislang bediente sich die Pränatal-Diagnostik invasiver Methoden, u. a. der Fruchtwasser-Punktion, die jährlich mit etwa 700 eingriffsbedingten Fehlgeburten endet. Jetzt stehen wir kurz vor der Einführung eines Bluttests, „nicht-invasiver pränataler Diagnostiktest zur Bestimmung von Trisomie 21" genannt.
Für die betroffenen Menschen mit Trisomie 21, für ihre Angehörigen und Freunde ist es klar: Der nicht-invasive Bluttest richtet sich gegen Menschen mit Down-Syndrom. Weil es keine vorgeburtlichen Heilmittel, wohl aber nützliche Therapie-Methoden zur Milderung von Folgen des Syndroms gibt, steht für die Eltern nach der Pränatal-Diagnose nur eines fest: Sich für oder gegen das Kind zu entscheiden. Alternativen gibt es nicht. Dass immer weniger Kinder mit Down-Syndrom zur Welt kommen, gilt es aufzuhalten. Eine Gesellschaft ohne sie ist keinesfalls erstrebenswert.
Das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter hält die aktuelle Entwicklung für mehr als bedenklich. Menschen mit Trisomie 21 werden auf lange Sicht die ersten Menschen mit einer anderen genetischen Ausstattung sein, die aus unserer Gesellschaft verschwinden, und zwar mit stillschweigender Zustimmung der Mehrheit. Der Countdown für Sein oder Nicht-Sein von Menschen mit Down-Syndrom läuft.

Eine ausführliche Stellungnahme des Deutschen Down-Syndrom InfoCenters steht hier zum Download (PDF, 65 KB) zur Verfügung.


Broschüre und Film "Down-Syndrom und ich"

Titelseite Wenn man DS hat ist es wichtig, dass man darüber genau Bescheid weiß. Deshalb sind in dieser Broschüre die wichtigsten Informationen in leichter Sprache zusammengestellt.
So wird u.a. erklärt, was ein Syndrom ist, weshalb es "Down" heißt, wie das Down-Syndrom entsteht und welche körperlichen oder gesundheitlichen Besonderheiten damit verbunden sind.
Auch auf die Frage, weshalb Dinge im Leben dieser Menschen manchmal anders laufen als zum Beispiel bei ihren Geschwistern, wird eingegangen.

Eine DVD gibt's gleich mit dazu, denn es macht auch Spaß, einen Film darüber anzuschauen. So wird alles noch verständlicher. In diesem Film erklären fünf junge Menschen, die selbst das Down-Syndrom haben, die wichtigsten Dinge, die man darüber einfach wissen muss.

Inhalt der DVD:
Film 1: Down-Syndrom und ich – Was ich schon immer wissen wollte
Film 2: Zehn wichtige Fragen und Antworten
Film 3: Wie wir leben – die fünf Darsteller und ihr Alltag
(Gesamtspiellänge: ca.33 Min.)

[Den Trailer zum Film starten Sie über das Bild unten]

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DVD-Box und DVDDas Projekt "Down-Syndrom und ich"
wurde unterstützt durch die Aktion Mensch


DS-InfoCenter feiert Welt-Down-Syndrom-Tag
mit Preisverleihung und Filmpremiere

Am 25. März feierte das Deutsche DS InfoCenter mit einer festlichen Abendveranstaltung, zu der ca. 170 Gäste gekommen waren, den Welt-DS-Tag 2011. Auf dem Programm standen die Preisverleihung des "Goldenen Chromosoms" und des "Moritz" sowie die Premiere des neuen Projekts "Down-Syndrom und ich".

EHRUNG DER PREISTRÄGER

Traditionell werden um den Welt-Down-Syndrom-Tag herum (jährlich am 21. März) der "Moritz" und das "Goldene Chromosom" verliehen. Die Stuttgarter Fotografin Conny Wenk bekam die "Moritz"-Bronzefigur in Anerkennung ihrer Foto-Kunst, mit der sie es schafft, das Außergewöhnliche an Menschen mit Down-Syndrom sensibel darzustellen. Dank der Ästhetik Ihrer Bilder prägt sie ein anderes Bild von Menschen mit Down-Syndrom in der Gesellschaft, das Augen und Herzen öffnet. "Ein großartiger Beitrag", wie Laudator und Verleger David Neufeld in seiner Laudatio zusammenfasste.

Moritz-Preisträgerin Conny Wenk, Laudator Neufeld

 

Zweiter Preisträger war der erste Down-Syndrom-Marathon-Läufer aus Deutschland, Christian Hirsch. Im vergangenen Jahr legte er die komplette Marathonstrecke von über 42 Kilometern in München zurück. Dafür bekam er an diesem Abend das "Goldene Chromosom" von seinem Marathon-Coach, Bernd Gerber, überreicht. Während der Laudatio sprach seine Mutter vielen der Eltern von den zahlreich mitfeiernden jungen Erwachsenen und Kindern mit Down-Syndrom aus der Seele: "Hätte mir 1986 jemand gesagt, ich werde 25 Jahre später meinen Sohn als Marathonläufer geehrt sehen, hätte ich das niemals geglaubt. Christian, Du warst nicht immer so lauffreudig." Dass Menschen mit Down-Syndrom zu mehr fähig sind, als es ihnen manchmal zugetraut wird, zeigte dieser Abend deutlich.

Preisträger Christian Hirsch mit Mutter und Laudator

FILMPREMIERE "DOWN-SYNDROM UND ICH"

Höhepunkt des Abends war die Präsentation des Films "Down-Syndrom und ich", der, zusammen mit einer Broschüre, als Aufklärung für Menschen mit Down-Syndrom von Cora Halder, Leiterin des Deutschen Down-Syndrom InfoCenters, konzipiert wurde. Fünf junge Erwachsenen mit Trisomie 21 sprechen über das Syndrom und berichten, wie es sich damit lebt.

Michael Aue, Drehbuch-Autor und Regisseur, lobte während der Filmpremiere in Nürnberg die fünf Schauspiel-Amateure mit Down-Syndrom für ihr beispielloses Durchhaltevermögen und ihr Experten-Wissen. Es sei eine unglaubliche Leistung gewesen, innerhalb von zwei Wochenenden die Filmszenen zu drehen. Während das Filmteam längst schlapp gemacht habe, hätten "die taffen Fünf" mit Geduld und Humor die unzähligen Wiederholungen von Textpassagen und einzelnen Aufnahmen auf sich genommen. "Die Anstrengung war es wert", meinte der Regisseur. Nicht alle Tage stellt man etwas auf die Beine, was so sinnvoll ist und noch weltweit einmalig dazu. Mit diesem Argument hatte ihn Cora Halder zuvor überzeugt. Die gesamte Produktion entstand Anfang des Jahres in Lauf und Nürnberg unter Kooperation des Deutschen Down-Syndrom InfoCenters und der Medienwerkstatt Franken.

Broschüre und Film erklären, was ein Syndrom ist, weshalb es "Down" heißt, wie das Down-Syndrom entsteht und welche körperlichen oder gesundheitlichen Besonderheiten damit verbunden sind. Das Aufklärungs-Set geht auch auf die Frage ein, weshalb Dinge im Leben von Menschen mit Down-Syndrom manchmal anders laufen als zum Beispiel bei ihren Geschwistern.

Filmpremiere

"Down-Syndrom und ich" – die Broschüre (24 Seiten) mit DVD (Gesamtspiellänge ca. 33 Min.) ist zum Preis von 12 Euro in unserem WebShop erhältlich.
Das Projekt wurde von der "Aktion Mensch" unterstützt.


Buchpremiere in der Stadtbücherei Lauf am 18.02.2011
"Sind wir Jugendliche oder haben wir Down-Syndrom?"

Cora Halder liest aus dem vorgestellten BuchAm 18. Februar 2011 feierte das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter und seine Kooperationspartnerinnen, Stadtbücherei Lauf und VHS Pegnitztal, mit rund 80 Gästen im Lesecafé in der Turnstr. 11 ein druckfrisches Buch "Sind wir Jugendliche oder haben wir Down-Syndrom? Erfahrungen aus einer Jugendgruppe".

Viele junge Menschen mit Down-Syndrom, ihre Familien, Freunde und auch interessiertes Lesepublikum verfolgten mit großer Neugierde und Offenheit die Lesung. Sie war alles andere als "klassisch", nicht nur wegen des besonderen Themas und der Videobotschaft aus Norwegen, die von den Buchheldinnen und -helden speziell für diesen Abend gefilmt wurde. Bereits zum Auftakt stimmte eine junge Geigerin, Birgit Eibert, die Gäste mit drei norwegischen Tanzstücken auf die Inhalte des Buches ein. Sie und noch zwei weitere junge Erwachsene, Andrea Halder und Albin Hofmayer, könnten genauso Protagonisten der Neuerscheinung sein. Während der Buchpräsentation unterstützten sie Cora Halder, Leiterin des Deutschen Down-Syndrom InfoCenters und Übersetzerin des norwegischen Originals. Sie trugen mit Humor und sichtlichem Vergnügen ausgewählte Buchpassagen vor. Das Publikum ließ sich zum Applaus hinreißen, als sie eigene Kommentare und Ergänzungen zu den Texten ablieferten. Selbstverständlich nicht abgesprochen. Albin Hofmayer begeisterte mit einigen Musikimpressionen am Keyboard.

So natürlich und direkt wie sich diese jungen Erwachsenen an dem Abend gegeben haben, ist das Buch selbst: Eine Neuerscheinung, die durchaus zum Bestseller avancieren könnte, wie es Herr Georg Schweikert, Dritter Bürgermeister der Stadt Lauf, in seinem würdigenden Grußwort betonte.

Buchtitel Sind wir Jugendliche oder haben wir Down-Syndrom?In den vergangenen 20 Jahren sind zwar zahlreiche Publikationen über die genetische Besonderheit Trisomie 21 erschienen. Sie alle behandeln jedoch vor allem die medizinischen Aspekte, Lerneigenheiten, Sprachentwicklung oder Verhaltensfragen. Außerdem beziehen sie sich in der Regel auf Klein- und Schulkinder. Den Erwachsenen widmet sich bisher nur eine Veröffentlichung, die 2008 aus dem Englischen übersetzt und vom Deutschen Down-Syndrom InfoCenter herausgebracht wurde: "Erwachsene mit Down-Syndrom begleiten, verstehen und fördern".

Über Teenager mit Down-Syndrom hat bislang niemand geschrieben. Jetzt stehen sie durch das Buch "Sind wir Jugendliche oder haben wir Down-Syndrom?" im Mittelpunkt. Die Buchautorin, Caroline Tidemand-Andersen, hat sehr lebensnah und aus Eigenerfahrung über sie geschrieben. Als Pädagogin und Mutter einer jungen Frau mit Down-Syndrom, begleitet sie seit mehreren Jahren eine zehnköpfige Gruppe von Jugendlichen. Die Erlebnisse der jungen Menschen mit Down-Syndrom aus Skandinavien können sehr wohl mit den Erfahrungen von Teenagern, die in Deutschland, aber auch in den USA, Japan oder anderswo leben, verglichen werden. Sie sind zwar so verschieden wie alle anderen Menschen auch, aber es gibt einige kleine Besonderheiten, die sie miteinander teilen. Darüber kann sich jetzt der deutschsprachige Leserkreis informieren und sein Wissen in Begegnungen mit diesen Teenagern praktisch anwenden.
Das Buch ist ab sofort in unserem Webshop erhältlich.


Logo Education and Culture DG Lifelong Learning Programme

 

 

 

 

Yes, we can …!
Mathematik für Menschen mit Down Syndrom

Das Grundtvig-Programm

Hier handelt es sich um ein EU-Programm für allgemeine Erwachsenenbildung, benannt nach dem dänischen Theologen und Pädagogen Nikolaj Severin Grundtvig (1783-1872). Er gilt als Nestor der Heimvolkshochschule und hat für das lebenslange Lernen wichtige Impulse gegeben.
Zwei Ziele stehen bei Grundtvig im Vordergrund: Die Bildungsanforderungen, die sich aus einer Überalterung der Bevölkerung ergeben und zum anderen die Unterstützung von Erwachsenen bei der Erweiterung und Vertiefung ihres Wissens und ihrer Kompetenzen.

Das aktuelle Projekt

Unter dem Motto "Lebenslanges Lernen" für alle EU-Bürger ist im Januar 2010 der Startschuss zu einer multilateralen Zusammenarbeit von sechs Ländern gefallen, die Erkenntnisse über die mathematischen Fähigkeiten von Menschen mit Down-Syndrom und deren Entwicklung zum Inhalt hat. Das EU Projekt "Yes we can" ist auf die Dauer von zwei Jahren ausgelegt und will europaweit auf die Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen mit Down-Syndrom aufmerksam machen.

Die Teilnehmer

Das Projekt "Yes, we can …" steht unter der Projektleitung von Österreich in Zusammenarbeit mit den Ländern Deutschland, Rumänien, Tschechien, Italien und Dänemark. Solche multinationalen Netzwerke im Rahmen des Grundtvig-Programms "Lifelong learning" sind auf eine effiziente Verknüpfung verschiedener, an der Erwachsenenbildung beteiligter Einrichtungen ausgelegt. So entsteht die Möglichkeit, zum einen in gemeinsamer Arbeit mit neuen Verfahren, die in Bezug auf Lernmöglichkeiten entwickelt wurden, in Kontakt zu kommen und zum anderen Zugänge zu weiteren Informationen zu entwickeln.

Rechenkompetenzen von Menschen mit Down-Syndrom

Häufig begegnet man in Veröffentlichungen der Auffassung, dass Menschen mit Down-Syndrom keinerlei Rechenkompetenzen erwerben könnten. Im Verlauf dieses Projekts sollen nun mit Hilfe eines didaktischen Konzepts, das auf neuropädagogischen Ansätzen beruht, europaweit 600 Menschen mit Down-Syndrom an die Grundrechenarten herangeführt werden. Dabei soll durch den Einsatz der Hände die Aktivierung beider Gehirnhälften, das Erlernen der Grundrechenarten sowie deren optimale Speicherung im Langzeitgedächtnis gefördert werden. So könnte es möglich werden, Menschen mit Down-Syndrom über dieses Projekt hinaus an den Umgang mit Geld, mit Mengen, Maßen und der Uhr heranzuführen und ihnen auf diese Weise neue oder mehr Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe zu eröffnen. Das Projekt will ferner dazu beitragen, Vorurteile und falsche Beurteilungen über die geistigen Entwicklungsmöglichkeiten von Personen mit Down-Syndrom abzubauen. Viel zu lange unterschätzt, sollen Menschen mit dieser Chromosomenbesonderheit dank des Grundtvig Programms Chancen auf mathematische Bildung eröffnet werden.

Ablauf des Projekts

In einem ersten Schritt wurde durch die Universität Kopenhagen ein Fragebogen erstellt, mit dem die teilnehmenden Länder jeweils 70 Personen in Bezug auf ihre mathematischen Kompetenzen befragten. Auf der Basis der Auswertungsergebnisse der Fragebögen, die durch die Universität Kopenhagen verfasst wurde, wurde dann die Arbeitsmethode "Rechnen mit rechts und links" modifiziert und Arbeitsmaterialien (Materialbox, Handbuch und DVD) dazu entwickelt.
Anfang März 2011 schickte jede Teilnehmernation zwei Personen nach Österreich, die dort in der Rechenmethode "Rechnen mit rechts und links" ausgebildet wurden. Heimgekehrt bildeten sie in ihrem jeweiligen Heimatland selbst 15-20 Trainer aus, die dann in der Zeit von April bis Oktober mit 100 jungen Menschen mit Down Syndrom mit diesem Rechensystem trainieren. So sollen europaweit ca. 600 Menschen mit Down Syndrom dieses Rechensystem kennenlernen, damit arbeiten und so ihre mathematische Kompetenz verbessern um damit möglichst zu einem besseren Verständnis von Geld, Maßen, Mengen und der Uhr befähigt zu werden. Alle in dem Projekt gesammelten Erfahrungen werden mit der Methodologie letztendlich in einem Buch "Yes, we can! The book" zusammengefasst.

Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie auf der Yes-we-can-Website unter http://www.downsyndrom-yeswecan.eu/

Das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter wird am 22.Oktober 2011 einen zweiten Yes-we-can-Workshop anbieten, in dem Sie Methode und Material kennen lernen und erproben können. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Frau Hilgner: hilgner.ds.infocenter(at)t-online.de

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