Down-Syndrom im Fokus der Öffentlichkeit

Seit 2006 wird weltweit am 21.3. jeden Jahres der Welt-Down-Syndrom-Tag gefeiert. Der internationale Charakter dieser Kampagne und die Vielfalt der Aktionen sind eine gute Möglichkeit, für das Down-Syndrom zu werben. Das lässt sich auch aus der sehr positiven Resonanz in den Medien ablesen. Das InfoCenter beteiligt sich jedes Jahr mit verschiedenen Aktionen an diesem besonderen Tag.

Welt-Down-Syndrom-Tag 2010 mit Flyer, Do-it-yourself-Postern und Postkarten ...

Flyer und Postkarten 2010Unser bereits aus dem vergangenen Jahr bekanntes Aktionsmotto „Heute ist unser Tag“ behielten wir bei und gestalteten dazu wieder einen Flyer mit Statements von Menschen mit Down-Syndrom.
Eine Serie von vier Postkarten ergänzte unser Aktionsmaterial, zu dem natürlich auch wieder die Ansteck-Pins gehörten.

Beinahe zum Dauerläufer entwickelte sich inzwischen die Do-it-yourself-Posteraktion. Die abgebildeten Kinder und Jugendlichen bekräftigen ihre Präsenz mit einem begeisterten „Ich bin dabei!“. Mit den fast 500 im InfoCenter eingegangenen Bildern entstanden viele eindrucksvolle und fröhliche Poster, wie die folgenden Beispiele zeigen.

 

5 Poster aus der Kampagne

Die Fotoausstellung „Heute ist unser Tag“ wurde speziell zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21.3. konzipiert. Gleich in zwei großen Nürnberger Einkaufszentren, City-Point und Franken-Center sowie im Brücken-Center in Ansbach wurden in der Woche zwischen 15. und 22. März großformatige Bilder ausgestellt, die Menschen mit Down-Syndrom zeigen.
Mit dieser Fotoaustellung wollten wir diesem besonderen Tag ein Gesicht geben, deshalb zeigten wir große Portraitaufnahmen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Down-Syndrom. Ziel der Ausstellung ist es (sie kann auch in den folgenden Jahren eingesetzt werden), neue Bilder von Menschen mit Down-Syndrom zu vermitteln und dadurch auch neue Sichtweisen zu eröffnen. Diese aussergewöhnlichen Bilder, die alle von der bekannten Stuttgarter Fotografin Conny Wenk stammen, zeigen die Individualität, die Unterschiedlichkeit und die Lebensfreude dieser Menschen.
Viele Besucher schauten sich die Fotos an und lasen die Informationstafeln, es gab gute, positive Gespräche am Rande, aber auch einige negative Erfahrungen, die zeigen, wie notwendig weiterhin Aufklärung ist.

 

Ansichten Fotoausstellung

 

Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages verschenkte das Deutsche Down Syndrom InfoCenter in diesem Jahr 1000 Exemplare seines neuen Informationsfilms „Down-Syndrom in Bewegung“.
Wir haben uns bei dieser Aktion für zwei Zielgruppen entschieden: Einmal wollten wir Schüler erreichen, die sich zum Beispiel im Biologie-, Ethik- oder Sozialkunde-Unterricht mit dem Thema Down-Syndrom befassen, dabei aber in erster Linie mit Zellen und Chromosomen vertraut gemacht werden. Mit diesem Film können sie sich darüber hinaus auch ein Bild von den Menschen mit Down-Syndrom machen. Deshalb verschickten wir 600 Filme bundesweit an die Land-, Kreis- und Stadt-Bildstellen, die Medien an Schulen und andere Einrichtungen ausleihen.

Mitarbeiterin beim Verpacken des InfofilmsDie zweite Zielgruppe waren die Schwangerenberatungsstellen von „Pro Familia“ – sie spielen eine wichtige Rolle, wenn angehende Eltern nach der Diagnose Down-Syndrom sich informieren möchten oder auch schon, wenn im Vorfeld über pränatale Untersuchungen gesprochen wird – und die Hebammenschulen, weil Hebammen sowohl vor wie auch direkt nach der Geburt wichtige Ansprechpartner für die Eltern sind.
Der Film „Down-Syndrom in Bewegung“ vermittelt ein Bild der heutigen Lebenssituation von Menschen mit der Trisomie 21 und kann bei der Beratung eine Hilfe sein. (Im Bild eine Mitarbeiterin des InfoCenters beim Einpacken zum Versand.)


Do-it-yourself-Poster-Kampagne

Um DS-Gruppen und engagierte Eltern bei der Aktion zu unterstützen, bietet das InfoCenter seit 2006 die „Do-it-yourself-Posteraktion“ an. Eingesandte Fotos werden dabei in ein fertiges Layout montiert, mit dem Slogan versehen und per E-Mail an die Familien zurückgeschickt, die dann selbst ihr persönliches Poster ausdrucken und in der eigenen Umgebung verteilen.
Diese Aktion wurde mit ganz großer Begeisterung aufgenommen. Zwischen 300 und 400 Poster wurden jeweils angefertigt. Manche Familien berichteten, dass sie bis zu hundert solcher persönlicher Poster verteilten.
Der Slogan 2006 lautete „Lass mich mal machen!“, 2007 ging’s um „Down-Syndrom in Bewegung“, 2008 wurden Poster gestaltet mit dem Spruch „Das krieg’ ich schon gebacken!“.

Auch 2009 war unsere Posterkampagne – dieses Mal mit dem Motto „Don’t let me down!“ – ein großer Erfolg. Insgesamt erreichten uns mehr als 400 Bildmotive! Doch auch in anderen Ländern war man mit dabei, wie das Beispiel des EDSA-Posters (Abb. unten, Bildmitte) zeigt.

 

6 Poster aus der Kampagne


Welt-Down-Syndrom-Tag 2009: „Heute ist unser Tag!“

AnstecknadelTitelseite FlyerSpeziell für den Aktionstag entwickelt wurde ein neues Logo, das auf allen Materialien zu sehen war, und das man außerdem als Anstecknadel bestellen konnte. Über 5000 Mal haben wir diesen Pin verschickt. Er zeigt als Datum nur 21.3. und kann somit auch in den nächsten Jahren wieder verwendet werden.

Der schöne, sehr gelungene Flyer mit dem Motto „Heute ist unser Tag!“ wurde speziell zum Welt-Down-Syndrom-Tag zusammengestellt. Davon wurden 15000 Exemplare gedruckt und verteilt.
Eine weitere Aktion des InfoCenters zum Welt-Down-Syndrom-Tag war ein kurzer Info-Spot, der auf 250 Infoscreens in vielen deutschen Bahnhöfen am 21. März gezeigt wurde. Die Hamburger Agentur Alexanderplatz hat das DS InfoCenter dabei kreativ unterstützt. Sie entwickelte Logo, Flyer und den Info-Spot. Für ihren Pro-Bono-Einsatz sei der Agentur ganz herzlich gedankt!

[Den Info-Spot starten Sie über das Bild unten]


Welt-Down-Syndrom-Tag 2008: Brottüten mit dem Slogan „Vielfalt versüßt das Leben“

Down-Syndrom-Werbung auf Bäckertüten! Das InfoCenter bemühte sich 2008 um Papiertüten, die in Bäckerläden benutzt werden um Brötchen oder Süßes einzupacken, als Werbeträger zu nutzen und schaffte es, fast eine Million Bäckertüten mit dem Slogan „Vielfalt versüßt das Leben“ drucken zu lassen, die in der Woche um den 21. März über die Theken der Edeka-Bäckereien gingen.


Welt-Down-Syndrom-Tag 2007: Lesezeichen

Als eine geniale idee stellte sich die Lesezeichen-Aktion heraus, die das InfoCenter anlässlich des zweiten Welt-Down-Syndrom-Tages 2007 anbot. Gestaltet wurde das Lesezeichen mit einem Motiv des Künstlers Christoph Eder.
Insgesamt wurden 234.000 Lesezeichen gedruckt. Der größte Teil der Lesezeichen wurde über die großen Buchläden verbreitet (u.a. Thalia/Campe, Bertelsmann, Verlag 2001) – jeder Kunde bekam beim Kauf eines Buches am 21. März ein Lesezeichen geschenkt! 100.000 Exemplare gingen an die Leser der Zeitschrift „Leben mit Down-Syndrom“, die sie über Buchläden und Bibliotheken verteilten, oder sie in Schulen und bei verschiedenen Veranstaltungen, die am 21.3. stattfanden, verschenkten.


Die Feierlichkeiten und Aktionen zum Welt-DS-Tag lösten die durchaus erfolgreichen DS-Wochen ab, die seit 1996 jeweils im Oktober vom InfoCenter initiiert und durchgeführt wurden. Personell und finanziell war es nicht möglich, zwei große, öffentlichkeitswirksame Kampagnen im Jahr zu organisieren. Zwischen 1996 und 2005 fanden jedoch viele hervorragende Aktionen statt, so gab es u.a. deutschlandweit Posterkampagnen, es entstand ein Kinospot und vieles mehr.

Deutsche Down-Syndrom Info-Wochen

Um die Aufklärungsarbeit wirkungsvoll zu gestalten, wurden 1996 vom DS InfoCenter die Deutschen-Down-Syndrom-Wochen ins Leben gerufen, die in vielen Städten Deutschlands mit großem Erfolg die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Menschen mit Down-Syndrom lenkte.
Während dieser Aktionswochen waren Elterngruppen im ganzen Land aufgerufen, mit medienwirksamen Aktionen vor Ort die Allgemeinheit über die Besonderheiten und Fähigkeiten ihrer Kinder mit Trisomie 21 aufzuklären.
Die Entwicklung attraktiver, medienwirksamer Materialien wurde zu einer wichtigen Aufgabe des Down-Syndrom-InfoCenters.


Posteraktionen

Szenenbild Kinospot

 

Die ersten Down-Syndrom-Wochen 1996 waren Anlass zu der Posterserie „Down-Syndrom. Na und?“ Eine Serie von fünf Motiven, deren Slogans mit dem provokanten Zusatz „Down-Syndrom. Na und?“ stutzig machten und vorgefasste Meinungen korrigieren sollten, wurde damals bundesweit verbreitet.

 

Szenenbild Kinospot

 

Seit 1996 wurde jedes Jahr für den Aktionsmonat ein spezielles Poster entwickelt. Mal war das zentrale Thema Integration („Gute Freunde“ 1997, „Unsere Zukunft ist eure Zukunft“ 1999), mal stand die Pränatale Diagnostik im Mittelpunkt („Glück gehabt“ 2001) ...

 

Szenenbild Kinospot... oder es wurde auf die Kompetenz von Menschen mit DS hingewiesen („Dabei sein“ 1998, „Kompetent, charmant, herzlich“ 2000, „Kunst kommt von Können“ 2002).


Szenenbild Kinospot

Kinospot

Besonders wirksam war 1997 der Kino- und TV-Spot mit Günther Jauch zum Thema Integration: Menschen mit Down-Syndrom sind gerne unter Freunden. Dieser Aufklärungsspot wurde von über 100 Down-Syndrom-Gruppen in Deutschland beim InfoCenter angefordert und eine Woche oder auch länger als Kinowerbung eingesetzt.


Promi-Kampagne

Eine großangelegte Plakataktion fand 2005 statt. Unterstützung bekam das Center von der Münchner Agentur Heye & Partner, die ein Konzept für eine Print-Kampagne entwickelte, die sich an die breite Masse richten und sich mit den allgemein herrschenden Vorurteilen auseinander setzen sollte. Es entstanden fünf Motive, die jeweils ein Promi zusammen mit einem Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen mit Down-Syndrom zeigten. Mit dabei waren die Schauspieler Ulrike Folkerts, Felicitas Woll, Irene Fischer, Joachim Luger, Christoph Schlingensief sowie die Sportlerinnen Silke Rottenberg und Pia Wunderlich.

 

5 Poster Promikampagne

Frau Eva Köhler, Ehegattin des Bundespräsidenten, übernahm die Schirmherrschaft für die Auftaktveranstaltung zu den Deutschen Down-Syndrom-Wochen.

 

Bild LitfasssäuleDer Fokus bei der Verbreitung der Plakate lag auf den öffentlichen Verkehrsmitteln. Werbeflächen in verschiedenen ICE- und IC-Zügen und -Bahnhöfen wurden angemietet, die großen U-Bahnhöfe und über 400 S-Bahnhöfe bundesweit mit Plakaten ausgestattet. Großposter erschienen am Straßenrand, Litfasssäulen wurden beklebt. Nicht nur Poster und Postkarten, auch Anzeigen erschienen in Fernseh-Zeitungen und Wochenmagazinen.